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Samstag, 27. Mai 2017

Aktuelles / Termine

Sondertreffen: Zinten-Land

Zum 29. Mal ist es Irmgard Lenz gelungen, am letzten Aprilwochenende des Jahres einige Landsleute in den Harz zu locken. Das Sondertreffen des Kirchspiels Zinten Land in Altenau im Quellenhof war mit 15 Personen wieder gut besucht. Für einen Moment gedachten wir vier treuer Besucher, die im vergangenen Jahr von uns gegangen sind und so unseren Kreis schmerzhaft verkleinerten.

Doch waren wir zusammen gekommen, um fröhliche Geschichten zu hören, alte, neue, bekannte, unbekannte. Es wurden Erinnerungen ausgetauscht - ebenso wie Neuigkeiten.

Der Freitag Abend wurde eingeläutet von einem Büffet, das unsere Wirtsleute wieder mit viel Liebe und Kochkunst gezaubert hatten.

Dann holten wir Fotos von Ostpreußen hervor und der Abend wurde lang und lustig – wenn auch zum unendlichen Bedauern unserer Kirchspielvertreterin niemand singen wollte.

Die für den nächsten Tag geplante Bootstour – fiel ins Wasser. Entgegen der eingeholten Informationen gab es ausgerechnet heute keine Fahrt mit dem Schiff über den Stausee. Da das Wetter mit Graupelschauern und Wind nicht zu langen Spaziergängen einlud, fuhren wir kurzerhand nach Braunlage. Dort hatten wir Glück und konnten einen sonnigen Wetterabschnitt dazu nutzen, die Hexendekoration des Ortes eine Woche vor der Walpurgisnacht zu bewundern.

Mit Königsberger Klopsen wurden wir abends belohnt. Vorher gab es interessante Fotos zu sehen, die zeigten, wie vielfältig und schön es in unserem Land und bei den Nachbarn doch ist: Einen Segeltörn auf der Ostsee, das Watt der Nordsee und die beeindruckende Welt der Berge mit und ohne Schnee, incl. Berghütte „Ostpreußen“ !

Direkt im Anschluss, satt, zufrieden und etwas träge gab es Kultur, ein kleines Theaterspiel wurde aufgeführt, mit uns selbst als Akteuren. Vorhang, Wind, Mond, Birken bewegten sich zu Hundegebell und Donner, während ein scheues Reh vom Wilderer bedroht und vom Förster gerettet wurde. Ein paar ostpreußische Geschichtchen mit entsprechendem Zungenschlag und die Schwierigkeiten eines Reisebüros, das richtige Ziel für eine „alte Dame mit Sonnenhut“ zu finden, umrahmten weitere Gespräche, immer wieder von viel Gelächter begleitet.

So blieb uns am nächsten Morgen noch das obligatorische Gruppenfoto, dann verabschiedeten wir uns voller Vorfreude auf das nächste Jahr nach Hause, wenn wir 30 Jahre Sondertreffen mit Irmgard und Eugen Lenz feiern wollen!

 

Neuwahlen bei der Kreisgemeinschaft Heiligenbeil

Der neu gewählte Vorstand - von links: Perbandt, Reyentanz, Ruhnke, Schulz, Thomann, Hesse

Am Wochenende vom 29. und 30. April fand im Kolpinghaus Salzbergen die Sitzung des Kreistages (Gesamtvorstand) der Kreisgemeinschaft Heiligenbeil e.V. statt.

Haupttagesordnungspunkt der Sitzung, die von Kreisvertreterin Elke Ruhnke geleitet wurde, war die Neuwahl des Vorstandes (Kreisausschuß) der Kreisgemeinschaft.

Zunächst wurde aber in einer Totenehrung der verstorbenen Landsleute gedacht, die im letzten Jahr unsere Reihen verlassen mußten.

Es folgten Berichte der Kreisvertreterin und des Vorstandes sowie der Kassenprüfer, die die gute Kassenführung lobten.

Nach der Entlastung des Vorstandes folgten die satzungsgemäßen Vorstandswahlen. Hier wurden fast alle Kandidaten mit großer Mehrheit, oft sogar einstimmig gewählt.

Hier nun die Wahlergebnisse:

- Als Kreisvertreterin wurde Frau Elke Ruhnke in ihrem langjährigen Amt bestätigt!

- Auch der erste Stellvertreter Christian Perbandt wurde einstimmig wieder gewählt.

- Zur zweiten Stellvertreterin wurde die Stadtvertreterin von Zinten, Frau Viola Reyentanz, gewählt.

- Das Amt des Kassenwartes konnte nicht besetzt wurden. Der Vorstand ist hier intensiv auf der Suche, um dies Problem zu lösen. Zwischenzeitig kümmert sich Frau Ruhnke um die Kasse und sorgt dafür, daß die Kreisgemeinschaft ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen kann.

- Als Beisitzerin wurde Frau Ilse Thomann (Fotoarchiv) ebenso im Amt bestätigt wie Frau Brunhilde Schulz (Heimatblatt, Publikationen).

- Neugewählt als Beisitzer für die Kreiskartei wurde Herr Arnold Hesse, dessen Vorfahren aus Klein Windkeim im Kirchspiel Bladiau kommen.

Weitere Programmpunkte waren das neue Heimatblatt, das Kreistreffen 2017, das in diesem Jahr zum ersten Mal in Haases Gasthaus und Hotel „Zur Erholung“ in Burgdorf bei Hannover stattfinden soll, der Beschluß des Haushaltsplanes 2017 sowie Planungen zum 70-jährigen Bestehen der Kreisgemeinschaft im Jahr 2018.

In diesem Rahmen wurden auch weitere Möglichkeiten der finanziellen Einsparung erörtert.

Beschlossen wurde die konstruktive und erfolgreiche Sitzung mit dem gemeinsamen Absingen des Ostpreußenliedes!

Bilder: Brigitte Böck - zum Vergrößern auf die Bilder klicken!

Ausstellung „Verschwundene Orte – die es nicht mehr gibt“ in Berlin

Am 8. November 2016 wurde in den großzügigen Räumen des Kronprinzenpalais in Berlin, Unter den Linden 3, eine Ausstellung der Stiftung „Zentrum gegen Vertreibung“ eröffnet, die den Namen „Verschwundene Orte – die es nicht mehr gibt“ trägt. In den Gebieten, die bis zur Flucht und Vertreibung gegen Ende des Zweiten Weltkrieges von Deutschen besiedelt waren, befinden sich zahlreiche Orte, die es einfach nicht mehr gibt und wo heute keine Menschen mehr leben.

Sie liegen vor allem im heutigen Polen, Russland und Tschechien.

In unserem Kreis Heiligenbeil gibt es besonders viele dieser verschwundenen Orte.

Im Vorfeld dieser Ausstellung kam ein Aufruf des Zentrums gegen Vertreibung mit der Bitte, möglichst viel vorhandenes Bild- und Infomaterial zur Verfügung zu stellen. Daraufhin habe ich sofort Fotos, Pläne usw. aus dem Bildarchiv der Kreisgemeinschaft Heiligenbeil angeboten (außer uns hat das nur noch die Kreisgemeinschaft Goldap gemacht).

Der Ausstellungskurator, Herr Wilfried Rogasch, war zweimal bei mir in Rheine, um das Bildmaterial zu sichten. Die Wahl fiel schwer, und so wurden über 400 Exponate ausgewählt.

Zur Eröffnung der Ausstellung erhielt ich eine Einladung, der ich gerne gefolgt bin. Begleitet wurde ich von Brigitte Böck, die vor Ort Fotos gemacht hat.

Die geladenen Gäste wurden von Frau Erika Steinbach, MdB, Vorsitzende der Stiftung „Zentrum gegen Vertreibung“, begrüßt.

Die Eröffnungsrede hielt Herr Dr. Hans-Gerd Pöttering, Präsident des Europäischen Parlamentes a. D. und Vorsitzender der Konrad- Adenauer Stiftung.

Anschließend sprach Herr Wilfried Rogasch noch einführende Worte.

Was wir dann in der Ausstellung zu sehen bekamen, war überwältigend.

Die Bilder und Texte befanden sich auf großen Stellwänden. Die Fotos aus unserem Archiv waren fast alle großartig platziert. So stand ich plötzlich vor den Großaufnahmen des Heiligenbeiler Marktplatzes und einer Luftaufnahme der Innenstadt.

Meine Stadt, mein Zuhause! In der gleichen Größe war das Stadtbild von 1939 von Zinten zu sehen, und darunter der traurige Rest, der noch übrig geblieben ist.

Darüber hinaus gab es eine Stellwand über den Landkreis Heiligenbeil mit vielen Fotos zu den unterschiedlichsten Anlässen (Jagdgesellschaft, Eisberge am Frischen Haff in Balga, Konfirmationsfotos, Hochzeitsbilder, Fischer am Frischen Haff und…und….)

Ich kann gar nicht alles aufzählen. Das Ganze wurde präsentiert vor einem zartblauen Hintergrund mit dem Ortsplan von Leisuhnen.

Auf der nächsten großen Wand, Motto: „Geliebte Freunde, Verwandte, Nachbarn“ - waren auch wieder einige unserer Bilder vertreten.

Dann gab es noch als Großbild „Die Haffküste von Balga mit Ortsplan“ mit dem Text: „Der letzte Rückzug aus dem Heiligenbeiler Kessel“. Und immer wieder Heiligenbeil und Zinten!

Überall gab es viel Text zu den Bildern, u.a. auch eine Liste der verschwundenen Orte aus unserem Kreis, die von mir erstellt worden war.

Alle Stellwände waren mit Strahlern ins rechte Licht gerückt worden.

Außer unserem Kreis Heiligenbeil war von den andern ostpreußischen Kreisgemeinschaften nur noch Goldap vertreten. Ich traf das Ehepaar Trucewitz, das auch Großaufnahmen zur Ausstellung beigesteuert hatte, dazu einen Wechselfotorahmen mit Aufnahmen aus dem Kreis Goldap.

Große Bilder vom Königsberger Schloss und den ehemaligen großartigen Schlössern Finkenstein und Schlobitten waren ebenfalls zu sehen.

Dann gab es noch viele Stellwände mit Aufnahmen aus Schlesien, Tschechien und Böhmen, die wir aber in der Kürze der Zeit nicht alle ansehen konnten. In einem Raum lief ein Film mit Aufnahmen aus vergangener Zeit.

Alles in allem ist eine sehr großzügige, liebevolle und professionell gestaltete Ausstellung entstanden! Wer die Möglichkeit hat, sollte sie sich unbedingt ansehen!!

Die Ausstellung bleibt noch bis zum 8. Januar 2017 in Berlin; danach soll sie als Wanderausstellung in verschiedenen Orten gezeigt werden. Allerdings ist mir noch nicht bekannt, wo das sein wird.

Inzwischen habe ich Kontakt zu der Leiterin der Museen in Rheine, Frau Dr. Mechthild Beilmann- Schöner aufgenommen, um die Ausstellung eventuell nach hier zu holen.

Sie zeigte sich sehr interessiert, aber die Museen planen immer mit einer langen Vorlaufzeit, so dass z. Z. noch nicht klar ist, ob bzw. wann dieses Projekt umgesetzt werden kann. Nun muss man abwarten, was daraus wird.

 

Ilse Thomann

Fotoarchivarin

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Bilder: Brigitte Böck - zum Vergrößern auf die Bilder klicken!

 

 

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